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Erhaltung der Überdachung am Bahnhof Odenkirchen Heimatverein Odenkirchen schaltet sich ein Eine Chronologie der Ereignisse
Deutsche Bahn reißt historisches Bahnsteigdach ab
18. - 24.12.2003
Die Deutsche Bahn war diesmal ungewöhnlich schnell, um quasi in einer "Nacht- und Nebelaktion" das historische Bahnsteigdach an Bahnsteig 1 des Odenkirchener Bahnhofs abzureißen. Am 18. Dezember 2003 rückte ein Aachener Unternehmen an und begann mit dem Abbruch, obwohl der Deutschen Bahn die vom Heimatverein Odenkirchen beantragte Überprüfung der Denkmaleigenschaft bekannt war.
Der Leiter der Unteren Denkmalbehörde bei der Stadt Mönchengladbach, Dr. Karl-Heinz Schuhmacher bedauerte, dass er für das Dach am Bahnsteig 1 nun nichts mehr tun könne. Bezüglich des Daches am Bahnsteig 2 (Gleis 6 und 7) werde gegenwärtig unter Hinzuziehung des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege geprüft, ob eine Denkmaleigenschaft gegeben sei.
Auf Bitte des Heimatvereins hat ein Odenkirchener Statikbüro mit seinen Untersuchungen begonnen. Nach ersten Prüfungen kommt es zu dem Zwischenergebnis, dass sich die Kosten einer Sanierung des Daches und der Konstruktion an den Gleisen 6 und 7 möglicherweise im überschaubaren Rahmen halten.
Überdachung schützenswert
23.01.2004
zur
Erhaltung der Überdachung am Bahnhof Odenkirchen
Quelle:
Pressemitteilung von Freitag, 23. Januar 2004 der Stadt Mönchengladbach
Das Wunder von Odenkirchen
24.01.2004
Unerwartete Wende beim abrissbedrohten Odenkirchener Bahnsteigdach: Das Rheinische Amt für Denkmalpflege bestätigt, dass die Konstruktion von 1905 ein Denkmal ist. Odenkirchener hielten sofort Wache.
Von HELMUT MICHELIS Die Bahn AG war auch nach Gesprächen mit dem städtischen Planungsdezernenten Helmut Hormes, der im Auftrag der Oberbürger- meisterin um eine Woche Aufschub gebeten hatte, hart geblieben und hatte den Abriss für die heutige Nacht angekündigt. Das Bahnsteigdach sei viel zu marode und könne deshalb Menschen gefährden. Der Odenkirchener Heimatverein hatte dagegen eine Patenschaft für das Dach angeboten. Handwerker aus seinen Reihen könnten es doch reparieren.
Zuletzt kämpften die Stadtverwaltung, die Bezirksvertretung Odenkirchen und der Heimatverein Seite an Seite für die Rettung des Daches. Was niemand mehr gehofft hatte, bestätigte gestern Rathaus-Sprecher Wolfgang Speen auf RP-Nachfrage: „Die Stadt Mönchengladbach stellt als untere Denkmalbehörde die Bahnsteigüberdachung am Bahnhof Odenkirchen unter Schutz. Denn das Rheinische Amt für Denkmalpflege hat soeben die Denkmaleigenschaft der hölzernen Überdachung eindeutig bestätigt“
Auch wenn die Experten die Sanierungsbedürftigkeit der Überdachung anerkannt hätten, stellten sie „den besonderen Seltenheitswert dieses früher für kleine Landbahnhöfe typischen Bautyps“ in den Vordergrund. Die Konstruktion in Odenkirchen sei eine der wenigen noch erhaltenen Beispiele für eine früher weit verbreitete Baugattung, ein städtebauliches Dokument für den Odenkirchener Bahnhof und „aus orts- wie wirtschaftshistorischen Gründen von Bedeutung“.
Daraufhin überschlugen sich die Ereignisse: Odenkirchener um Michael Schmitz von der CDU, an der Spitze Bezirksvorsteherin Renate Zimmermanns, organisierten sofort eine Wache für das Dach auf Bahnsteig 2. „Nach dem Abriss des ersten Daches auf Bahnsteig 1 kurz vor Weihnachten bei Nacht und Nebel sind wir nämlich sehr sensibel geworden“, sagte Schmitz. Leere Container warteten am Bahnhof bereits auf die Trümmer der abgerissenen Konstruktion.
Gerüchte über einen bevorstehenden Polizeieinsatz machten die Runde, weil die Bahn AG ihre Arbeiter vor wütenden Bürgen schützen und ihren Abrissplan mit aller Macht durchsetzen wolle. Dann jedoch traf ein Vertreter der Bahn aus Aachen ein, der die Odenkirchener beruhigte: Man habe den Abriss für dieses Wochenende abgesagt. Die vom Heimatverein erbetenen Gespräche sollen nun doch stattfinden, danach werde neu entschieden. Endgültig abgesagt hat die Deutsche Bahn ihre Abrissaktion jedoch ausdrücklich nicht. Es handle sich lediglich um einen einwöchigen Aufschub, hieß es. Die Atmosphäre des Gesprächs sei eisig gewesen, berichteten Vertreter des Heimatvereins. Die Odenkirchener vertrauten jedoch auf den angebotenen „vorläufigen Waffenstillstand“ und zogen am Nachmittag ihre Wachposten wieder ab.
Quelle: Rheinische Post vom 24.01.2004
Odenkirchener Bahnhof: historisches Holzdach unter Schutz
26.01.2004
Bahn AG wurde von Denkmalschützern ausgebremst. Sie darf das historische Holzdach nicht abreißen.
Historische Objektanalyse des Odenkirchener Historikers StR Gerd W. Hochscherf
26.01.2004
Gerd W. Hochscherf hat das Bahnsteigdach einer historischen Objektanalyse unterzogen. Es handelt sich noch um eine vorläufige Fassung vom 26.01.2004 (einige Fakten müssten noch in Bibliotheken und Archiven recherchiert werden), dennoch kommt Hochscherf schon jetzt zu dem Schluss: Das Bahnsteigensemble ist nicht nur in seiner Konstruktion einzigartig und erhaltenswert, es repräsentiert heute in Mönchengladbach-Odenkirchen mit wenigen anderen Gebäuden (Gymnasium, Rathaus, ehem. Krankenhaus) die ehemalige kommunale Selbständigkeit und ist das letzte (!) Relikt der Industrialisierungsepoche in Odenkirchen.
Die vollständige Fassung können Sie unter folgender PDF-Datei mit Acrobat-Reader einsehen:
Die Deutsche Bahn AG legt Widerspruch gegen die vorläufige UnterdenkmalschutzsteIlung ein 13.02.2004 Nach Auskunft der DB Pressestelle NRW (stv. Pressesprecher Jürgen Kugelmann und Frank Gassen-Wendler) gegenüber "Unser Odenkirchen" hat die DB Widerspruch gegen die Unterschutzstellung eingelegt. Auch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) als Aufsichtbehörde der Bahnen sei eingeschaltet worden. Das
Bahnsteigensemble ist nach Historikeransicht nicht nur in seiner
Konstruktion einzigartig und erhaltenswert, es repräsentiert heute in
Odenkirchen mit wenigen anderen Gebäuden (z.B.: Gymnasium, Rathaus, ehem.
Krankenhaus) die ehemalige kommunale Selbständigkeit und ist das letzte
(1) Relikt der Industrialisierungsepoche in Odenkirchen. Quelle: "Unser Odenkirchen"
Fahrkartenautomaten im Freien 02.03.2004
Die Behörden sind am Zug 12.03.2004
WKp-
Gerade noch fristgerecht ging inzwischen der Widerspruch der DB AG bei der
Unteren Denkmalbebörde der Stadt ein! Die Stadt hat nun ihrerseits die
Bahn aufgefordert, ihr Gutachten über den Zustand der
Bahnsteigdachkonstruktion innerhalb gesetzter Frist vorzulegen. Diese
Unterlage dient der Unteren Denkmalbehörde in Zusammenarbeit mit dem
Rheinischen Amt für Denkmalpflege zur Prüfung. Kommen die Fachleute zu
der Auffassung, dass die Argumente der Bahn schlüssig und nachvollziehbar
sind, können sie dem Widerspruch stattgeben. Dann hat die DB AG sozusagen
‚freie Hand. Sehen sich die Behörden allerdings in ihrer Position
bestätigt, dann werden sämtliche Unterlagen mit entsprechender
Weisungsempfehlung an den RP als Obere Denkmalbehörde geleitet. Von dort
ergeht dann der Widerspruchsbescheid an die Bahn. Dieser lässt ihr den
Weg zum Verwaltungsgericht offen. Klagt die Deutsche Bahn, wird die 7.
Kammer des Verwaltungsgerichtes Düsseldorf entscheiden. Auch der Heimatverein Odenkirchen, die Bezirksvertretung unter Führung von Bezirksvorsteherin Renate Zimmermanns und interessierte Odenkirchener Bürger sind mit der Sache weiter befasst. Neben einer weitgehend verbindlichen Sanierungskostenermittlung - auch zum Vergleich mit den Angaben der Bahn, werden verschiedene Denkmodelle entwickelt. Des weiteren sind Überlegungen angestellt worden für den Fall, dass gegen eine dauernde Unterdenkmalschutzstellung entschieden wird. Der Heimatverein sieht nach wie vor eine reelle Chance für eine dauerhafte Denkmalwürdigkeit von Bahnsteigdach und Bahnsteigunterführung und verweist auf das dreieinhalbseitige Gutachten und die Aussage des Denkmalschützers, meist nur dann einem Objekt die vorläufige Denkmaleigenschaft zu attestieren, wenn man davon ausgehen kann, auch eine endgültige durchzusetzen. Aber die Aktiven zur Rettung der Historie wollen auch für den ‘anderen Fall‘ oder eine Kompromisslösung gewappnet sein. Quelle:
"Unser Odenkirchen"
Deutsche
Bahn AG “macht auf Schau“ 26.03.2004
GWH/WKp-
Inzwischen reichte die DB AG der Unteren Denkmalbehörde drei Gutachten zu
ihrem WertungsZustand des Odenkirchener Bahnsteigdaches ein. Diese werden
z.Z. von der Behörde geprüft. In zwei Gutachten der Bahn werden im
Vergleich zu den seriösen Berechnungen und Untersuchungen der durch den
Heimatverein beauftragten hiesigen Fachhandwerkerschaft „utopische
Summen“ genannt. Offensichtlich
ist der zuständige Bahnhofsmanager Bernhard Christ der Deutschen Bahn AG,
Aachen, nicht daran interessiert, in der Sache - entgegen seiner am 24.
Januar 2004 auf dem Odenkirchener Bahnhof geäußerten Absicht - mit der
Stadt über die unterschiedliche Auffassung reden zu wollen. Stattdessen
fährt die DB AG ihre “harte Linie“ fort und zwar mit aller Gewalt und
gegen die Fahrgäste, wie die Verbretterungsaktion vom 19. März 2004 zeigt
(Bild) - übrigens bei laufendem Zugverkehr und ohne Sicherungsposten - die
mit Stabilisierungs- und Sicherungsmaßnahmen nicht zu erklären und nach
Fachhandwerkerauskunft mit rd. 4.000 € zu veranschlagen ist. Das Dach ist auch aufgrund von Gutachten nicht unmittelbar einsturzgefährdet, wie jetzt von der Eigentümerin wider alle Vernunft ‘dokumentiert‘ wird. Im Gegenteil: Durch diese Maßnahme werden die Fahrgäste massiv beim Ein- und Aussteigen behindert und letzten Endes unfallgefährdet. Die Bahn als ihr eigenes Sicherheitsrisiko? Quelle: "Unser Odenkirchen" Foto: GWH
Untere
Denkmalbehörde wird Widerspruch der
Deutschen Bahn zurückweisen 06.04.2004 WKp- Die Untere Denkmalbehörde der Stadt Mönchengladbach wird den Widerspruch der DB AG gegen die Denkmaleigenschaft der Bahnsteigdachkonstruktion zurückweisen und die nächste Instanz, die Bezirksregierung als Obere Denkmalbehörde, einschalten. Die seitens der Deutschen Bahn eingereichten Gutachten gehen auf die Denkmaleigenschaft gar nicht ein, zudem werden groteske“ Vorschläge und Zahlen genannt.
Bei einer von der Unteren Denkmalbehörde angeregten neuerlichen statischen Untersuchung/Vermessung der Bahnsteigdachkonstruktion durch ein Odenkirchener Fachbüro stellte man in der ermittelten Berechnung sogar noch beachtliche Reserven fest. Auch liegen der Unteren Denkmalbehörde die detailliert, fundiert und seriös ermittelten Sanierungskosten der durch den Heimatverein beauftragten hiesigen Fachhandwerkerschaft vor.
Kommt
im weiteren Verfahren die Bahnsteigdachkonstruktion unter endgültigen
Denkmalschutz, d.h. auch auf dem der DB möglichen Klageweg würde sie
kein Recht bekommen, dann wird das Bahnsteigensemble als Kulturdenkmal
dauerhaft erhalten bleiben. Gibt man der Bahn jedoch uneingeschränkt
recht, dann ist der Abriss des Bahnsteigdaches besiegelt. Quelle: "Unser Odenkirchen"
"So - oder so" 06.04.2004 Die gern gemachte Aussage der Deutschen Bahn: “Wir haben kein Geld“ spricht Hohn! Fakt ist, dass die DB AG inzwischen eine Menge Geld in die - nach Ansicht der hiesigen Fachleute völlig übertriebenen Sicherungsvorkehrungen der Odenkirchener Bahnsteigdachkonstruktion investiert hat und dies bei einer Gesprächsbereitschaft der Bahn hätte sinnvoller eingesetzt werden können. Trefflich formulierte hierzu auch ein Odenkirchener Geschäftsmann an den Bahn- vorstand: “Wenn die Bahn mit dem Geld so herum wirft, kann Herr Mehdorn seinen Börsengang vergessen. Denn wie man im kleinen handelt, so handelt man auch im großen.“
WKp Quelle: "Unser Odenkirchen"
Eisenbahn-Bundesamt leitet Ermittlungsverfahren ein 27.08.2004 WKp-
Wie von der unteren Denkmalbehörde der Stadt Mönchengladbach
verlautete, hat das Eisenbahnbundesamt (EBA) in Bonn ein
Plangenehmigungsverfahren zum Abriss des unter vorläufigen
Denkmalschutz gestellten historischen Bahnsteigdaches im Bahnhof
Odenkirchen eingeleitet. Dies auf Betreiben des Bahnhofsmanagements
Aachen des auch für den Bahnhof Rheydt-Odenkirchen zuständigen
Bahnhofsmanagers Bernhard Christ. Die
Stadtverwaltung Mönchengladbach, die Fachämter Untere Denkmalbehörde,
Planungs- und Umweltamt wurden seitens des EBA aufgefordert, die
denkmalschutzlichen Belange (nochmals) zu prüfen und ihre
Stellungnahme dem EBA einzureichen. Gleichzeitig erhielt die Stadt Mönchengladbach
eine im Auftrag der Deutsche Bahn AG erstellte gutachterliche
Kostenspezifikation über die Höhe der veranschlagten Abrisskosten (EUR 70.000 !)und der Investitionen für den Mini-Unterstellstand,
neue Beleuchtung, Wegweiser usw. in Höhe von EUR 105.000. Wie
vom mit der Sache befassten Denkmalschützer der Stadt Mönchengladbach,
Dr. Karl-Heinz Schumacher, zu erfahren war, bleibt die Stadt -
auch
im Benehmen mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege in Brauweiler
-
bei
ihrer Auffassung, dass die historische Dachkonstruktion einschließlich
der Unterführung von Bahnsteig 1 zu Bahnsteig 2 zu erhalten sei.
„Auch die Bezirksregierung wird in unserem Sinne ihre
Stellungnahme dem EBA vorlegen“, so Dr. Karl-Heinz Schumacher
aufgrund telefonischen Kontaktes mit der Behörde. Die
Standfestigkeit des Objektes ist bereits vor Monaten seitens der DB
AG mit „übertriebenem“ Aufwand gesichert worden, so dass
keinerlei Gefahr in Verzug ist. Den offensichtlich
„hochgerechneten“ Abrisskosten und auch Investitionen steht
der im Auftrag des Heimatvereins Odenkirchen von der hiesigen
Fachhandwerkerschaft und Gutachtern mit Sorgfalt am Objekt
ermittelte deutlich niedrigere Aufwand zum Erhalt der Historie
entgegen. Rechtens ist aber auch, so die Untere Denkmalbehörde und Justitiare der Stadt MG, dass das EBA - nach Abwägung der Argumente für und wider - ohne Bindung über den Erhalt oder den Abriss der Bahnsteigdachkonstruktion befinden kann. So unverständlich das Recht scheinen mag, es bleibt (zunächst) nur die Hoffung auf eine abgewogene Entscheidung des Eisenbahnbundesamtes. Quelle: Unser Odenkirchen
Bahnsteig-Ensemble unter endgültigen Denkmalschutz gestellt 24.03.2005 WKp-
Wie von der Unteren Denkmalbehörde verlautet, ist das
Bahnsteig-Ensemble, bestehend aus der Bahnsteigdachkonstruktion an
Bahnsteig 2 sowie der Unterführung zwischen Bahnsteigen 1 und 2,
bereits mit Wirkung vom 11. Oktober 2004 unter endgültigen
Denkmalschutz gestellt worden. Die Deutsche Bahn AG hat von ihrer
Einspruchsfrist innerhalb von vier Wochen keinen Gebrauch gemacht. Sie
ist - im sprichwörtlichen Sinn
-
jedoch "am Zug", hat
es aber offensichtlich mit ihrer weiteren Vorgehensweise im Gegensatz zu
2003/2004 nicht eilig, da sie die Einschränkungen und Unzulänglichkeiten
für ihre Reisenden durch die Verbretterungsaktion im Vorjahr sowie
fehlende Bahnsteiguhr wie auch nicht überdachten Fahrkartenautomaten
weiter in Kauf nimmt. Quelle: Unser Odenkirchen vom 24.03.2005
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