|
Studiovortrag
von Hubert Schüler
am
07.03.2004
Textilkunst
"Stickerei"
Paramente
- Sakrale Textilkunst
Am
Sonntag, dem 7. März, hielt Hubert Schüler im Burgturm in
Odenkirchen einen von den Zuhörern mit großem Interesse
aufgenommenen Vortrag über Sakrale Textilkunst. Hubert Schüler,
der aus Mainz stammt, wurde schon mit 6 Jahren als Messdiener
bei den Schwestern eines nahe gelegenen Klosters mit der Kunst
der Paramentenstickerei bekannt. Nachdem er zunächst seine künstlerische
Begabung in der Malerei bewiesen hatte, galt sein Interesse nach
dem Eintritt in den kirchlichen Dienst als Sakristan im Jahre
1960 immer mehr der sakralen Textilkunst.
Seit
mehr als 40 Jahren beschäftigt er sich nun schon mit Paramenten
und der fachmännischen Restaurierung kostbarer Messgewänder
und Fahnen. In sehr anschaulicher Form erläuterte er zunächst
die Restaurierung der Fahne der Katholischen Arbeiterbewegung
Odenkirchen von 1905, die er vor kurzem nach fast zweijähriger
Arbeit abgeschlossen hat. Messgewänder, darunter das
Messgewand, das er für Pfarrer Johannes van der Vorst in
Geistenbeck geschaffen hat, ein prachtvoller Chormantel, eine
Mitra und andere kleine Meisterwerke aus der Hand Hubert Schülers
bildeten das Anschauungsmaterial für die Zuhörer, die so einen
Eindruck vom Arbeitsaufwand und der Qualität der Arbeit eines
von seinem Tun überzeugten Künstlers bekamen.
Mit
besonderem Stolz erzählte Hubert Schüler von seiner
Privataudienz bei Papst Johannes Paul im Jahre 1999, dem er eine
in eineinhalbjähriger Arbeit geschaffene Mitra überreichte. Er
persönlich bedauert es sehr, dass in vielen Gemeinden heute die
Ehrfurcht vor den kostbaren Paramenten verloren gegangen ist,
die ja meist nicht aus Kirchenmitteln beschafft wurden, sondern
Stiftungen dankbarer Gläubiger waren. Hubert Schüler hat sich
noch viele Aufgaben gestellt, um das Bewusstsein für den Wert
der Paramente als Mittel der Glaubensverkündigung wieder zu stärken.
Wer nach diesem Vortrag auf den Geschmack gekommen ist und sich
besonders für seine Arbeit interessiert, ist in seinem Atelier
in Hockstein immer willkommen.
|
 |
|
Hubert
Schüler bei der Arbeit
in seinem Atelier
|
|