|
Etwa 60
Bürgerinnen und Bürger waren am Christi Himmelfahrtstag der
Einladung des Heimatvereins Odenkirchen zur
Besichtigung der
Evangelischen Pfarrkirche zu Wickrathberg gefolgt.
Studiendirektor Peter Hörchens informierte die Besucher nicht
nur über die Geschichte dieser ältesten Kirche auf
Mönchengladbacher Gebiet und die Entwicklung der Gemeinde,
sondern auch über die aufwändigen Renovierungsarbeiten, die in
den letzten Jahren zur Rettung dieses bedeutenden Bauwerks
erforderlich geworden sind.
Die Kirche,
die im Jahre 1220 erstmals urkundlich erwähnt wird, ist in
ihrer fast eintausendjährigen Geschichte mehrfach umgebaut und
erweitert worden. So ist aus der ursprünglich romanischen
Kirche aus dem 11. Jahrhundert nach 1200 eine dreischiffige
Flachdeckenbasilika geworden. Im 15. Jahrhundert wurde sie dem
Baustil der Gotik angepasst, und in der 2. Hälfte des 17.
Jahrhunderts erhielt sie die Gestalt, die sie zum "Kleinod am
Niederrhein" gemacht hat. Der wegen Einsturzgefahr abgetragene
Turm wurde wieder aufgebaut und mit einer barocken Dachhaube
abgeschlossen. Die Innenausstattung im Rokokostil wurde von
heimischen Handwerkern geschaffen. Schließlich wurde 1770 eine
Teschemacher-Orgel eingebaut, die auch heute noch
erklingt.
Die am und
im Kirchengebäude sichtbaren Zeichen der Umbauten und
Veränderungen wurden den Besuchern von Peter Hörchens sehr
anschaulich und fachkundig erläutert.
1998 hat
man dann festgestellt, dass die Kirche in Gefahr war,
auseinander zu brechen und deshalb in einem aufwändigen
Verfahren statisch gesichert werden musste. Nur durch die
große Opferbereitschaft der Wickrathberger Bürger war es
möglich, die erforderlichen Eigenmittel aufzubringen. So
wurden zwischen 1999 und 2001 insgesamt 746.000 DM aus der
Bevölkerung gespendet. Für die endgültige Finanzierung der
statischen Sicherung und der Innensanierung werden noch etwa
300.000 Euro benötigt, von denen ein Teil seit 2002 angespart
worden ist. Die Evangelische Gemeinde Wickrathberg kann sich
mit allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt über den in Kürze
bevorstehenden Abschluss der Sanierungs- und
Renovierungsarbeiten an diesem Kulturdenkmal freuen und stolz
sein auf die Verwirklichung dieses ehrgeizigen Zieles.
|