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Thomas
Driesch und Marianne Strunk-Hilgers |
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Auszug
aus der Begrüßung durch Thomas Driesch
Liebe
Freunde, sehr geehrte Gäste des Heimatvereins,
1882,
auf Pfingstmontag, wurde die Bade- und Schwimmanstalt zu
Odenkirchen eröffnet. 1897 folgte die Eröffnung des
Hotels. Damals machte „die Direction“ mit folgenden Worten
in einem Zeitungsbericht darauf aufmerksam: „Wir machen noch
ganz besonders auf den neu eingelegten Lokal-Zug aufmerksam,
welcher 6 Uhr 12 Minuten ab Gladbach und 6 Uhr 50 Minuten ab
Odenkirchen fährt, sodaß die geehrten Besucher von Auswärts
sehr günstige Gelegenheit haben hin und zurück zu kommen und
laden zu recht zahlreichem Besuche ergebenst ein“. Natürlich
gehörten die Bade- und Schwimmanstalt und das gleichnamige
Bad-Hotel unzertrennbar zusammen. Auf dem Weiher war das
Kahnfahren beliebt. Alte Bilder und Fotografien zeigen kleine
Ruderboote. Die Damen darin vornehm gekleidet, meistens mit
Hut und Sonnenschirm. Die Herren, im Zwirn, die Hemdsärmel
aufgekrempelt beim Ruderschlag.
Und
hier auf der Ecke stand das Hotel. Zur Zeit, als Wilhelm
Michels Inhaber war, gab es insgesamt 2000 Sitzplätze, natürlich
nicht nur im Hotel, 20 Ruder-Nachen, Damen- und
Herren-Schwimm-Zonen, Zellen- und Wannen-Bäder und natürlich
besagten Konzert-Saal. Von all dem ist nur noch ein kleiner
Teil der Schwimmanstalt geblieben, nämlich der Weiher, an dem
wir hier heute stehen. Dies alles ist jedenfalls Grund genug für
den Historischen Ausschuss im Heimatverein Odenkirchen, ein
weiteres Ausrufezeichen in Odenkirchen zu setzen. Wieder
entsteht ein Gedenkstein, der eine ehemalige Stätte in
Odenkirchen markiert. Es wäre gut, beim Spaziergang stehen zu
bleiben und sich der schönen und stolzen, ehemaligen
Attraktionen Odenkirchens zu erinnern.
Besonderer
Dank gebührt Marianne Strunk-Hilgers, Josef Schürmann und
dem Steinhauer Schneider für die geleistete Arbeit. Ebenso
dankbar sind wir Hans Peter Engels, der die Druckvorlage zum
Nulltarif erstellt hat. So
übergeben wir dieses Ausrufezeichen heute der Stadt Mönchengladbach,
verbunden auch mit dem Wunsch, nicht in MG-Süd unterzugehen,
sondern gerne und stolz weiter der Ortsteil Odenkirchen in der
Stadt Mönchengladbach zu sein.

Auszug aus
den Erläuterungen von Marianne Strunk-Hilgers
Erinnern
gegen das Vergessen! Eine Aufgabe des Historischen Ausschusses
im Heimatverein. So wurde im vergangenen Jahr die Idee
geboren, an Ort und Stelle mit einem Gedenkstein an das
Badhotel zu erinnern. Herr Schürmann entdeckte auf dem kath.
Friedhof einen für diese Idee brauchbaren Stein, der uns
kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Doch bei der
Umsetzung entstanden Schwierigkeiten. Das Gebäude, für den
Stein bildlich in Bronze oder Aluminium zu gestalten, war
nicht möglich. Die Erstellung eines Gussmodells fordert von
der zeichnerischen Übersetzung kräftige Linien, die aber bei
diesem Objekt nicht durchführbar sind.
In
früheren Jahren wurden für den Druck reliefartige Klischees
aus Blei hergestellt. Um mich zu informieren, besuchte ich die
Gravieranstalt Reimann und Carl. Sie zeigten mir Arbeiten, die
in der Technik des Siebunterdrucks auf Aluminium ausgeführt
waren. Bei dieser Technik war die Möglichkeit gegeben, das
Badhotel als Bau bildlich erkennbar wiederzugeben. Das Problem
war damit gelöst. Nun musste ein Film nach meiner Zeichnung
angefertigt werden. Diese Aufgabe übernahm die Druckerei
Engels, die diese Arbeit kostenlos erstellte. Nach
Fertigstellung konnte der Steinmetz Rudi Schneider die Platte
in den Stein montieren, die Fundamentplatte herstellen und die
Aufstellung des Gedenksteins durchführen.
Das
an diesem Ort früher ein Badhotel stand und unserem Weiher
den Namen gab, wird viele Bürger interessieren. Wie heißt
es: „Wer in der Zukunft lesen will, muss in der
Vergangenheit blättern."
1897
erbaut, war die Eröffnung der Bade- und Schwimmanstalt zu
Oderkirchen Pfingstmontag, am 29.Mai. Das Badhotel besaß
einen großen Konzertsaal mit Bühne, eine gedeckte Veranda
und verfügte über 2000 Sitzplätze. In der Schwimmanstalt
befanden sich die Damen- und Herren- Schwimm-Zellen und
Wannenbäder. Auf dem Weiher schaukelten 20 Rudernachen und
warteten auf die Besucher. Dieser Platz wurde zum schönsten
und größten Ausflugsort und ein Badezug wurde in Gladbach
eingesetzt, der viele auswärtige Gäste nach Oderkirchen
brachte. 1937 wurde das Badhotel, da es angeblich nicht mehr
sanierungsfähig war, niedergelegt.
Die
Geschichte des Badhotels von Josef Schürmann
Heute
vor 111 Jahren haben Odenkirchener Geschäftsleute in einem
fünf Hektar großen Areal das Bad Hotel 1898 errichtet.
Das
Gelände wurde eingerahmt von der Hoemenstraße ab
Grundstücksgrenze Gladbau Nr. 29, - Straßburger Allee,
Jülicher Straße bis zur Niers.Vom Odenkirchener
Kunstgärtners Wilh. Rommerskirchen wurden die Grünanlagen
angelegt. Die zwei Inseln im Weiher wurden überarbeitet
Das
mit einem großen Kostenaufwand errichtete Bad Hotel war eine
Sensation, Es hatte neben Hotel, Restaurant, Gartenwirtschaft,
Saal auch schöne Teichanlagen. Das Hotel stand Ecke
Straßburger Allee und Hoemenstraße und im Anschluss an das
Hotel stand auf der Hoemenstraße ein großer Tanzsaal. Dieser
hatte eine komplette Bühne. Die Badeanstalt stand auf der
Straßburger Allee an das Hotel angebaut. Die 2 Schwimmbassins
waren unterteilt 27x10 für Herren und 17x10 für Damen.
In
einem Fragebogen vom 17. Februar 1900 wird u.a. mitgeteilt,
dass Odenkirchen 14350 Einwohner hat und dort eine Badeanstalt
mit zwei Schwimmbassins vorhanden ist. Ferner drei Badewannen
und acht Brausezellen
Es
existiert eine Postkarte vom Bad Hotel Odenkirchen, in der es
heißt: "Schönster und größter Ausflugsort, 2000
Sitzplätze, 20 Ruder-Nachen, Damen- und Herren Schwimm-Zellen
und Wannenbäder, Konzertsaal mit kompl. Bühne, gedeckte
Veranda."
Aus
wirtschaftlichen Gründen wurde der Hotel und Badebetrieb
geschlossen und in den 30er Jahren mit dem Abbruch begonnen.
Vor
dem Abbruch wurde in dem Saal eine Sammelstelle für das
Winterhilfswerk eingerichtet. Der Odenkirchener Radfahrverein
konnte Übungsstunden abhalten, in dem Hotel wurden
Mietwohnungen eingerichtet.
Nach
ca 30 Jahren war die Bademöglichkeit vorbei
1889
wurde in Mönchengladbach das Kaiser Bad und 1900 in Rheydt
die Schwimmhalle eröffnet |