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Einweihung des Gedenksteins "Badhotel Odenkirchen"

am 29. März 2009

Zahlreiche Besucher waren der Einladung des Heimatvereins gefolgt

Bezirksvorsteherin Renate Zimmermanns bei ihrer Ansprache

v.l.: Henny Scholz (GF HVO), Josef Schürmann, Rudolf Schneider (Steinbildhauermeister), Rolf Lüpertz (Vors. HVO), Thomas Driesch (Vors. Hist. Ausschuss), Marianne Strunk-Hilgers

Fotos: Heinz Eßer

 

 

Thomas Driesch und Marianne Strunk-Hilgers

Auszug aus der Begrüßung durch Thomas Driesch

Liebe Freunde, sehr geehrte Gäste des Heimatvereins, 

1882, auf Pfingstmontag, wurde die Bade- und Schwimmanstalt zu Odenkirchen eröffnet. 1897 folgte die Eröffnung des Hotels. Damals machte „die Direction“ mit folgenden Worten in einem Zeitungsbericht darauf aufmerksam: „Wir machen noch ganz besonders auf den neu eingelegten Lokal-Zug aufmerksam, welcher 6 Uhr 12 Minuten ab Gladbach und 6 Uhr 50 Minuten ab Odenkirchen fährt, sodaß die geehrten Besucher von Auswärts sehr günstige Gelegenheit haben hin und zurück zu kommen und laden zu recht zahlreichem Besuche ergebenst ein“. Natürlich gehörten die Bade- und Schwimmanstalt und das gleichnamige Bad-Hotel unzertrennbar zusammen. Auf dem Weiher war das Kahnfahren beliebt. Alte Bilder und Fotografien zeigen kleine Ruderboote. Die Damen darin vornehm gekleidet, meistens mit Hut und Sonnenschirm. Die Herren, im Zwirn, die Hemdsärmel aufgekrempelt beim Ruderschlag.

Und hier auf der Ecke stand das Hotel. Zur Zeit, als Wilhelm Michels Inhaber war, gab es insgesamt 2000 Sitzplätze, natürlich nicht nur im Hotel, 20 Ruder-Nachen, Damen- und Herren-Schwimm-Zonen, Zellen- und Wannen-Bäder und natürlich besagten Konzert-Saal. Von all dem ist nur noch ein kleiner Teil der Schwimmanstalt geblieben, nämlich der Weiher, an dem wir hier heute stehen. Dies alles ist jedenfalls Grund genug für den Historischen Ausschuss im Heimatverein Odenkirchen, ein weiteres Ausrufezeichen in Odenkirchen zu setzen. Wieder entsteht ein Gedenkstein, der eine ehemalige Stätte in Odenkirchen markiert. Es wäre gut, beim Spaziergang stehen zu bleiben und sich der schönen und stolzen, ehemaligen Attraktionen Odenkirchens zu erinnern.

Besonderer Dank gebührt Marianne Strunk-Hilgers, Josef Schürmann und dem Steinhauer Schneider für die geleistete Arbeit. Ebenso dankbar sind wir Hans Peter Engels, der die Druckvorlage zum Nulltarif erstellt hat. So übergeben wir dieses Ausrufezeichen heute der Stadt Mönchengladbach, verbunden auch mit dem Wunsch, nicht in MG-Süd unterzugehen, sondern gerne und stolz weiter der Ortsteil Odenkirchen in der Stadt Mönchengladbach zu sein.

 

 

Auszug aus den Erläuterungen von Marianne Strunk-Hilgers

Erinnern gegen das Vergessen! Eine Aufgabe des Historischen Ausschusses im Heimatverein. So wurde im vergangenen Jahr die Idee geboren, an Ort und Stelle mit einem Gedenkstein an das Badhotel zu erinnern. Herr Schürmann entdeckte auf dem kath. Friedhof einen für diese Idee brauchbaren Stein, der uns kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Doch bei der Umsetzung entstanden Schwierigkeiten. Das Gebäude, für den Stein bildlich in Bronze oder Aluminium zu gestalten, war nicht möglich. Die Erstellung eines Gussmodells fordert von der zeichnerischen Übersetzung kräftige Linien, die aber bei diesem Objekt nicht durchführbar sind.

In früheren Jahren wurden für den Druck reliefartige Klischees aus Blei hergestellt. Um mich zu informieren, besuchte ich die Gravieranstalt Reimann und Carl. Sie zeigten mir Arbeiten, die in der Technik des Siebunterdrucks auf Aluminium ausgeführt waren. Bei dieser Technik war die Möglichkeit gegeben, das Badhotel als Bau bildlich erkennbar wiederzugeben. Das Problem war damit gelöst. Nun musste ein Film nach meiner Zeichnung angefertigt werden. Diese Aufgabe übernahm die Druckerei Engels, die diese Arbeit kostenlos erstellte. Nach Fertigstellung konnte der Steinmetz Rudi Schneider die Platte in den Stein montieren, die Fundamentplatte herstellen und die Aufstellung des Gedenksteins durchführen.

Das an diesem Ort früher ein Badhotel stand und unserem Weiher den Namen gab, wird viele Bürger interessieren. Wie heißt es: „Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern."

1897 erbaut, war die Eröffnung der Bade- und Schwimmanstalt zu Oderkirchen Pfingstmontag, am 29.Mai. Das Badhotel besaß einen großen Konzertsaal mit Bühne, eine gedeckte Veranda und verfügte über 2000 Sitzplätze. In der Schwimmanstalt befanden sich die Damen- und Herren- Schwimm-Zellen und Wannenbäder. Auf dem Weiher schaukelten 20 Rudernachen und warteten auf die Besucher. Dieser Platz wurde zum schönsten und größten Ausflugsort und ein Badezug wurde in Gladbach eingesetzt, der viele auswärtige Gäste nach Oderkirchen brachte. 1937 wurde das Badhotel, da es angeblich nicht mehr sanierungsfähig war, niedergelegt.

 

Die Geschichte des Badhotels von Josef Schürmann

Heute vor 111 Jahren haben Odenkirchener Geschäftsleute in einem fünf Hektar großen Areal das Bad Hotel 1898 errichtet.

Das Gelände wurde eingerahmt von der Hoemenstraße ab Grundstücksgrenze Gladbau Nr. 29, - Straßburger Allee, Jülicher Straße bis zur Niers.Vom Odenkirchener Kunstgärtners Wilh. Rommerskirchen wurden die Grünanlagen angelegt. Die zwei Inseln im Weiher wurden überarbeitet

 

Das mit einem großen Kostenaufwand errichtete Bad Hotel war eine Sensation, Es hatte neben Hotel, Restaurant, Gartenwirtschaft, Saal auch schöne Teichanlagen. Das Hotel stand Ecke Straßburger Allee und Hoemenstraße und im Anschluss an das Hotel stand auf der Hoemenstraße ein großer Tanzsaal. Dieser hatte eine komplette Bühne. Die Badeanstalt stand auf der Straßburger Allee an das Hotel angebaut. Die 2 Schwimmbassins waren unterteilt 27x10 für Herren und 17x10 für Damen.

 

In einem Fragebogen vom 17. Februar 1900 wird u.a. mitgeteilt, dass Odenkirchen 14350 Einwohner hat und dort eine Badeanstalt mit zwei Schwimmbassins vorhanden ist. Ferner drei Badewannen und acht Brausezellen

 

Es existiert eine Postkarte vom Bad Hotel Odenkirchen, in der es heißt: "Schönster und größter Ausflugsort, 2000 Sitzplätze, 20 Ruder-Nachen, Damen- und Herren Schwimm-Zellen und Wannenbäder, Konzertsaal mit kompl. Bühne, gedeckte Veranda."

 

Aus wirtschaftlichen Gründen wurde der Hotel und Badebetrieb geschlossen und in den 30er Jahren mit dem Abbruch begonnen.

Vor dem Abbruch wurde in dem Saal eine Sammelstelle für das Winterhilfswerk eingerichtet. Der Odenkirchener Radfahrverein konnte Übungsstunden abhalten, in dem Hotel wurden Mietwohnungen eingerichtet.

Nach ca 30 Jahren war die Bademöglichkeit vorbei

 

1889 wurde in Mönchengladbach das Kaiser Bad und 1900 in Rheydt die Schwimmhalle eröffnet