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Einige
Odenkirchener Straßennamen lassen Geschichte lebendig werden. Es sind
insbesondere die Namen der Burggrafen, die von
vergangenen
Zeiten künden. So die Vlodropstraße, die an Wilhelm von Vlodrop
erinnert, der 1531 mit Odenkirchen belehnt wurde. Er starb 1546 und
wurde in der Odenkirchener Pfarrkirche beigesetzt. Seine Grabplatte
ist heute im Torbogen des Burgturms aufgestellt.
Wilhelm
von Vlodrop hatte mehrere Besitzungen, auch im Bereich der heutigen
Niederlande. Von daher besteht auch bei unseren Nachbarn ein großes
Interesse an der Geschichte dieses Adeligen. Der holländische
Historiker Augustinus Janssen hat sich durch zahlreiche Veröffentlichungen
und Vorträge – auch in deutscher Sprache – einen Namen gemacht.
Unter anderem hat er sich intensiv mit Wilhelm von Vlodrop befasst.
Der
Heimatverein Odenkirchen konnte ihn nun für einen Studio-Vortrag
gewinnen, in dem er uns neue Erkenntnisse zur Geschichte Odenkirchens
vermittelte. Janssen beleuchtete vor allem die Familienbeziehungen des
Wilhelm von Vlodrop mit den Adligen im Maas/Rur-Gebiet und dessen
Rolle in der Geschichte der Reformation in unserer Gegend,
insbesondere dessen Toleranz dem frühen Protestantismus gegenüber.
Es
war ein excellenter Vortrag, den Augustinus Janssen seinen Zuhörern
(und Zuschauern) darbot. Er stellte die neuen genealogischen
Erkenntnisse und vielfältigen Beziehungen des Wilhelm von Vlodrop mit
übersichtlichen Folien dar. Und immer wieder projezierte er die
zugehörigen, zumeist noch (oder wieder) gut erhaltenen Besitzungen im
Bereich der heutigen Niederlande an Hand von Fotos. Da könnte man als
Odenkirchener schon neidisch werden, weil hier vom ehemals stolzen
Schloss nur der Burgturm übrig geblieben ist. Aber es gibt ja die
Möglichkeit - wozu sich Janssen bereiterklärte - einmal eine
Busfahrt unter seiner Führung zu den ehemaligen Herrschaftssitzen des
Wilhelm von Vlodrop zu unternehmen, der sich ja nannte: "Herr zu
Dalenbroich, Odenkirchen, Leut, Rickolt, Rulant, Elmpt und Kreztzberg."
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