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Ortstermin
 
Bericht zum Ortstermin 2017
 

Der „Ortstermin an Christi Himmelsfahrt“, an dem der Heimatverein Odenkirchen historische Gebäude, Plätze, alte und neue Funde, etc. besucht und erklärt werden, galt in diesem Jahr am 25.05.2017 dem „Münster St. Vitus in Mönchengladbach“.

 

Treffpunkt war um 14:15 Uhr der Kreuzweiherplatz in Odenkirchen. Hier wurden Fahrgemeinschaften gebildet, einige Teilnehmer waren auch direkt zum Münster gefahren.

 


Vor dem Münster hatten sich 22 Teilnehmer eingefunden und waren froh als es wegen der großen Hitze ins Münster ging. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden des HVO übergab er das Wort und die Führung an Herrn Deeken, einen der erfahrensten Führer im Münster.


Das Mönchengladbacher Münster St. Vitus ist eine katholische Kirche. Von 974 bis zum Jahr 1802 war das Münster die Abteikirche der Benediktinerabtei Gladbach. 1974 wurde die Kirche von Papst Paul VI. anlässlich des 84. Deutschen Katholikentages in Mönchengladbach und der 1000-Jahr-Feier der Abteigründung zur päpstlichen Basilica minor erhoben.
Herr Deeken verstand es, die Geschichte der Abtei bzw. Kirche durch kleine Anekdoten lebhaft zu erzählen.


 


Erzbischof Gero von Köln gründete, wahrscheinlich um 974, auf dem Gladbacher Hügel eine Abtei. Er stellte sie unter den Schutz des Heiligen Geistes, der Gottesmutter Maria sowie des Märtyrers Vitus. Dies geschah in einer Zeit, in der sich das Mönchtum nach der Teilung des Frankenreiches Kaiser Karls des Großen wieder neu entwickelte. Zum ersten Abt in Gladbach wurde Sandrad benannt, der als Mönch aus St. Maximin in Trier kam und zuvor schon in zahlreichen Klöstern als Reformator gewirkt hatte. Sandrad war eine bedeutende religiöse Gestalt seiner Zeit, die das besondere Vertrauen des Kaisers Otto I. und seiner Gemahlin Adelheid genoss. Sandrad soll der Beichtvater der Kaiserin gewesen sein.


Herr Deeken berichtet noch weiter ausführlich über den geschichtlichen Verlauf, was ich mir hier aber spare.


Zur Baugeschichte, die Geburtsstunde des Münsters lag um 800. Den Grabungsfunden von 1955 zufolge handelte es sich bei der ersten Klosterkirche von 974 um einen langgestreckten, saalartigen Raum. – Auch hier wurden viele Details und Veränderungen in der über 1000 jährigen Geschichte erklärt, sowie auch wie das Münster durch Bombeneinwirkungen 1943/1944 schwer beschädigt und Wieder aufgebaut wurde.
Während es Rundganges durch den Kirchenraum, den frühgotischen Mittelschiff und der hochgotischen Chorhalle, sowie beiden Seitenschiffen wurden weitere Einzelheiten erklärt.
In der Apostelkapelle (Taufkapelle) wurde über den aus Blaustein geschaffenen Taufstein aus dem 12. Jahrhundert mit seinen Tiermotiven diskutiert.
Anlässlich der Jahrtausendfeier der Abteigründung erhielt das Münster 1975 als Geschenk der Stadt ein bronzenes Triumphkreuz von Elmar Hillebrand. Es zielt in figuralen Darstellungen und mit bildnerischen Verbindungen von alttestamentlichen Motiven und Zitaten auf den Gekreuzigten Jesus Christus hin. – Besucht wurde auch die Krypta, der älteste und ehrwürdigste Raum im Münster. Die Krypta ist der Muttergottes geweiht.


Wir hatten das Glück auch die Schatzkammer zu besuchen, die normaler Weise nicht zugängig ist. Heute besitzt die Schatzkammer nur noch einen Bruchteil ihrer früheren Schätze. Besonders ragt ein Kölnischer Tragaltar um 1160 heraus, der ein bedeutendes Werk der Kölner Goldschmiede-, Ziselier- und Emailkunst darstellt. Daneben ein Elfenbeinkästchen aus dem 13. Jahrhundert, Handschriften, etc.
Nach fast 2 Stunden endete eine sehr interessante Führung und alle Teilnehmer dankten Herrn Deeken für die hervorragende lebendige Führung.
Meinerseits kann ich nur allen Interessierten am Münster raten an einer Führung teilzunehmen, die immer wieder angeboten werden.

Werner Scholz