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Die Burg Odenkirchen

Burg und Herrlichkeit Odenkirchen von Nordwesten um 1680 nach einem Detail eines Wandteppichs auf Schloss Westerloo der Fürsten von Merode in Belgien.

Gemälde von Gebhard Schwermer im Burgturm Odenkirchen

Wandteppich von J. de Voß
auf Schloss Westerloo der Fürsten von Merode in Belgien.

Im unteren Teil
Ausblick auf Burg und Herrlichkeit Odenkirchen
von Nordwesten um 1680
Der heute noch stehende Burgturm aus dem Jahre 1734 (Ostansicht) war das Torhaus an der Nord-Ecke der ehemals vierflügeligen Burganlage. Im oberen Bild mit dem Zustand um 1680 ist es die vordere linke Ecke am Wassergraben.
Die Burg Odenkirchen ist vermutlich zu Beginn des 12. Jahrhunderts entstanden. Die Erstanlage bestand aus einer Holzburg, die auf einer Erdaufschüttung (Motte) in einem Wasser- und Sumpfgebiet errichtet wurde. Schrittweise vollzog sich in den folgenden Jahrhunderten der Wandel zur massiven Steinburg.

Burg Odenkirchen wird erstmals am 14. Juni 1153 in einer Urkunde von Kaiser Friedrich Barbarossa erwähnt, in der dieser dem Kölner Erzbischof Arnold II., also dem Kölner Erzstift, die Eigentumsrechte an der Burg Odenkirchen  (castellum Udenkirchen)  mit allen Ministerialen, Knechten und Mägden bestätigt. Odenkirchen war eine selbständige Unterherrschaft des Kölner Erzstiftes. Eine solche Unterherrschaft nannte man "Herrlichkeit".

Im Jahre 1689 wurden Schloss und Kanzlei im französisch-niederländischen Krieg durch Bombardement eingeäschert. 1701 folgte dann der fürchterliche Brand in Odenkirchen, der die  Burganlage und den gesamten Ort in Schutt und Asche legte.  Die Burg wurde in ihrem alten Zustand nie wieder aufgebaut. Die Familie von Merode-Westerloo ließ 1734 den noch stehenden Torbogen erneuern und die Gebäude wieder errichten, die der Bewirtung der umfangreichen Ländereien dienten.

1730 wurde die Burg an Graf Unico von Wassenaer verpfändet. Der Kurfürst Clemens August kaufte sie 1745 für 94.000 Reichstaler zurück und nannte sich unter all seinen Titeln „Herr zu Odenkirchen“.   

1789 brach die Französische Revolution aus. Das Revolutionsheer besetzte auch Odenkirchen.  Napoleon I. schlug das gesamte linke Rheinland zu Frankreich. 1802 erfolgte die Säkularisation, alle kirchlichen Güter wurden beschlagnahmt. Die Burg wurde verkauft, und 1811 erwarb sie der Kaufmann  Jean Lüttringhausen aus Elberfeld. 1872 wurde sie Eigentum des Burgvereins und 1920 erwarb sie Dechant von der Helm für die Katholische Pfarrgemeinde St. Laurentius.   

Der Westflügel der Burg entlang der Hoemenstraße wurde Ende des 19. Jahrhunderts abgebrochen, der Restbau 1943 durch Bomben zerstört. Der ausgebrannte Burgturm  wurde 1950/1951 wieder hergestellt.  Der  Heimatverein Odenkirchen hat das Gebäude 1989 von der Pfarrgemeinde St. Laurentius mit der Auflage der Restaurierung für 30 Jahre in Erbpacht übernommen. In liebevoller Arbeit hat er den Burgturm renoviert. Der größte Raum, das "Jan-von-Werth-Zimmer", erhielt eine einladende Ausstattung und dient für Zusammenkünfte und Festlichkeiten.

Burg Odenkirchen in der Denkmalliste der Stadt Mönchengladbach

Unter der Nr. B 121 ist der Burgturm seit dem 14.03.1990 als Baudenkmal in der Liste enthalten.

Den Eintragungstext des Baudenkmals Burg Odenkirchen in der Denkmalliste der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Mönchengladbach finden Initiates file downloadSie hier >>>
 

Laut Pressemitteilung der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Mönchengladbach vom Juni 2010 ist der Burgturm nun außerdem ein Bodendenkmal:

Im Rahmen der Ausbauplanungen des Kindergartens der Katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius hat die Untere Denkmalbehörde prüfen müssen, ob sich im Bereich der ehemaligen Burganlage archäologische Zeugnisse erhalten haben und ob diese die Voraussetzungen für die Eintragung als Bodendenkmal in die städtische Denkmalliste erfüllen. In Zusammenarbeit mit den Archäologen des LVR/Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland konkretisierten sich sehr bald die Belege, dass im Boden rund um die Burgstraße, den Burgturm und den Pater-Bonnier-Park archäologische Zeugnisse der Burganlage wie Fundamente und verfüllte Gräben mit Brand- und Kulturschichten erhalten geblieben sind.

Da die aus Vor- und Hauptburginsel bestehende zweiteilige Burganlage vorwiegend unter dem Parkplatz an der Burgstraße und Freiflächen in und um den Pater-Bonnier-Park liegt, ist ihre dauerhafte Erhaltung gesichert. Bei Bauanträgen der betroffenen Anlieger wird zukünftig automatisch die Untere Denkmalbehörde beteiligt. Aufgrund der Randlage dieser Flurstücke dürften die archäologisch bedingten Konsequenzen aber sehr überschaubar sein. Selbst ein im ehemals zentralen Burgbereich unter dem zukünftigen Erweiterungsbau des Kindergartens gelegener und aus Ziegelsteinen gemauerter Gewölbekeller kann ohne Beeinträchtigung für die Neubauplanung erhalten werden.

Den Eintragungstext des Bodendenkmals Burg Odenkirchen in der Denkmalliste der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Mönchengladbach finden Initiates file downloadSie hier >>>