Zur Geschichte
Odenkirchens

 

Zur Geschichte Odenkirchens

(Ein Beitrag in Wikipedia von odenkirchen.de)

Die Ersterwähnung

Die Burg

Die Burggrafen

Gemeindekarte von 1820

"Eine alte Geschichte"

(Bildreihe über das alte Odenkirchen)

Zur Entstehung des Namens Odenkirchen

Zur Entstehung des Namens Wetschewell

Zeittafel

Die Burggrafen

Im Zeitraum von vor 1153 bis 1745 herrschten mehrere Adelsgeschlechter auf  Burg Odenkirchen.

Einer der bekanntesten Burggrafen war Jan von Werth. 

Sein Nachfolger war sein Schwiegersohn Winand Hieronymus Raitz von Frentz.

 

Jan von Werth

Gemälde im Pfarrhaus Neersen   

Repro: Udo Schmitz

Winand Hieronymus Raitz von Frentz

 Gemälde in Privatbesitz  

Repro: Max Mauritz

Kölner Erzbischöfe   Anno 1109

 

Am Anfang und am Ende steht das Wappen der Kölner Erzbischöfe, die ab 1356 nach dem Reichsgesetz zur Königswahl (Goldene Bulle) zu den sieben Kurfürsten gehörten: das schwarze Kreuz auf weißem Grund. Die Kölner Erzbischöfe bzw. Kurfürsten (Erzstift Cöln) waren die Landesherren auch für Odenkirchen.

Nach neuen Erkenntnissen *) tauchen die ersten namentlich bekannten Odenkirchener Herren in einer Urkunde des Kölner Erzbischofs Friedrich I. von 1107 als  Herimannus comes de Udenchirchen et frater eius Arnoldus  auf. (Graf Hermann von Odenkirchen und sein Bruder Arnold). In einer Urkunde von 1106 begegnen uns die beiden, jedoch ohne den Zusatz  von Odenkirchen. (Der in früheren Quellen erwähnte Beleg von angeblich 1028, in dem ein  Christianus de hovdenkirchen  genannt wird, ist eine Fälschung.*) 

Die Zahl 1109 auf dem ersten Wappen bezeichnet das Jahr, in dem eine Gräfin  Utilhildis de Udinkichin  Burg und Herrlichkeit Odenkirchen dem Kölner Erzbischof zum Geschenk gemacht haben soll.

 

Von Odenkirchen/

Raboden  1153 - 1392

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Utilhildis  war die letzte aus dem Stamme eines Odenkirchener Dynastengeschlechts, das die Obervögte und Vorsitzenden der Kölner hohen Gerichtsbarkeit stellte. Der Kölner Fürstbischof war also ab 1109 Lehnsherr der Odenkirchener Burggrafen und diese seine Vasallen und Lehnsträger. Im Jahre 1158 schenkt  Utilhildis  eine Mühle in Odenkirchen dem Kölner Georgsstift. Mit ihr stirbt Mitte des 12. Jahrhunderts die Grafenfamilie  von Odenkirchen  aus. Das Wappen der  Burggrafen von Odenkirchen  trägt drei rote Balken auf goldenem Grund.

Die Rechte der Burggrafen waren bedeutend. Sie bezogen sich auf Leib und Leben ihrer Untertanen, auf Galgen, Rad, Schwert und Feuer. Aber auch auf den gesamten Besitz und alle Güter, auf Fischreichtum, Jagd, Mühlen usw. 

In einer Urkunde von 1153 bestätigt Kaiser Friedrich Barbarossa dem Kölner Erzbischof Arnold II.  die Eigentumsrechte an der Burg Odenkirchen mit allen Ministerialen, Knechten und Mägden. In dieser Urkunde wird unter der Gruppe der erzbischöflichen Ministerialen bereits ein  Rabodo de Otenkirchen  erwähnt. Die Raboden  wurden zum Leitnamen eines Ministerialengeschlechtes, welches (zusammen mit dem 2. Sippennamen Gerhard) bis 1391 die Burggrafen aus dem Haus Odenkirchen stellte. Der letzte war Gerhard V.  Er starb ohne männliche Erben; sein Sohn war bei einem Kreuzzug gegen die heidnischen Pruzzen gefallen. 

Die Burggrafschaft ging von Gerhard Vüber die weibliche Linie an die von Hoemen über. Arnold von Hoemen hatte Agnes geheiratet, von der wir nicht wissen, ob sie eine Tochter oder Schwester des alten Gerhard war.

 

Von Hoemen  1392 - 1502

 

Die von Hoemen stammten aus dem Gelderland an der Maas. Sie vereinigten ihr Familienwappen  mit dem der Burggrafen von Odenkirchen (Raboden) und führten blau gerautete Vierecke im goldenen Feld und stilisiertes Hermelin (fünf Kreuzchen) auf weißem Feld im rechten Obereck, als Helmschmuck einen Pinienzapfen.**

 

Arnold von Hoemen wurde 1392 vom Kurfürsten zu Köln mit Odenkirchen belehnt. Die von Hoemen regierten bis 1502. Es erbte die Tochter des letzten von Hoemen, eine Odilie, die den Amtmann von Münstereifel, Heinrich von Nagel geheiratet hatte, der im selben Jahr 1502 Lehnsträger von Odenkirchen wurde. 

 

 

 

 

Von Nagel  1502 - 1531

 

Das Wappen der von Nagel zeigt eine rote Spange auf silbernem Feld. Nach seinem Tode heiratete Odilie Wilhelm von Vlodorp, Herr zu Vlodrop an der holländischen Grenze. Wilhelm von Flodorp wurde 1531 mit Odenkirchen belehnt. Er fand seine letzte Ruhestätte in der alten Laurentiuskirche, seine Grabplatte steht heute im Torbogen der Burg. Seine Enkelin, ebenfalls mit Namen Odilie, war vermählt mit Florentz von Botzelaer. Sie förderte die Reformation in Odenkirchen und wurde deshalb zweimal vom Kurfürsten auf Burg Linn gefangengesetzt; als sie Besserung gelobte, wieder freigelassen. Florentz von Botzelaer wurde 1572 mit Odenkirchen belehnt.  

 

 

 

 

 

Von Flodorp  1531 - 1636

 

Florentz von Botzelaer  behielt Wappen und Namen der von Flodorp bei, weil dieselben vornehmer als seine eigenen waren. Das Flodorp-Wappen zeigt im 1. und 3. Quadranten eine rote Lilie, im 2. und 4. Quadranten wieder 3 Balken, aber in blauer Farbe. Franz Hatthard von Botzelaer, der Sohn, starb 1636 ohne Nachkommen. Er vermachte Odenkirchen seinem Neffen Maximilian von Bronkhorst-Battenburg. Dieser bewarb sich um die Belehnung, die ihm aber vom Kurfürsten verweigert wurde. Ihm wurde der Einlaß verwehrt und die gräfliche Gemahlin kurzerhand mit dem Stuhl vor die Tür gesetzt. Das geschah 1636 im 30-jährigen Krieg. Diese Episode ist der historische Hintergrund des Romans von Hans Keller „Die Rose von Odenkirchen“. So sehr von Bronkhorst protestierte, der Kurfürst zog das Besitztum ein.  

 

 

Von Werth  1643 - 1652

 

Im Jahre 1643 übertrug der Kurfürst dem kaiserlichen Feldmarschall und Reitergeneral Jan von Werth, geb. 1590 in Büttgen, die Herrschaft Odenkirchen. Ob und wann Jan van Werth in Odenkirchen gewesen ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Er zahlte dem Lehnsherrn 15.711 Taler und war somit Herr von Odenkirchen. Sein Wappen zeigt im 1. und 3. Quadranten den österreichischen Adler, das Zeichen der Habsburger, im 2. und 4. Quadranten jeweils 3 Mühleisen um einen Ring; außerdem in der Mitte noch ein kleines silbernes Schild mit dem aufrechten Löwen, was darauf hinweist, dass Jan van Werth im 30-jährigen Krieg auch Befehlshaber der bayrischen Reiterei war. Jan starb auf seinen Gütern, auf Schloß Benatek in Böhmen im Jahre 1652. 

 

 

 

 

Von Frentz  1652 - 1694

 

Erbin des Jan von Werth war seine Tochter Lambertina lrmgardis, die mit Winand Hieronymus Raitz von Frentz zu Schlenderan verheiratet war.  

 

Von Frentz wurde im gleichen Jahr 1652 mit Odenkirchen belehnt. Sein Wappen trägt ein goldenes Kreuz auf schwarzem Feld. Doch wieder erhob sich gegen die Belehnung lauter Protest und zwar vom Enkel des von Bronkhorst-Battenburg. Dieser Enkel war Maximilian Freiherr von Merode Marquis Westerloo. Er klagte gegen den Kurfürsten die Herrschaft Odenkirchen beim Reichskammergericht ein, die ihm dann auch 1694 zuerkannt wurde.  

 

 

 

 

Von Merode  1694 - 1745

 

Von Merode trägt im Wappen ein rotes flatterndes Band auf goldenem Grund. Die langwierigen Prozesse hatten die Finanzen derer von Merode total erschüttert. Sie hatten mehr als 300.000 Reichstaler verschlungen, eine zu damaliger Zeit ungeheure Summe. Dazu kam noch der fürchterliche Brand in Odenkirchen von 1701, der die stolze Burganlage und den gesamten Ort in Schutt und Asche legte.

Die Burg wurde in ihrer alten Herrlichkeit nie wieder aufgebaut. Die von Merode-Westerloo mußten sie wegen der hohen finanziellen Verpflichtungen 1730 an Graf Unico von Wassenaer verpfänden. Als nun später die Familie von Merode nicht in der Lage war, die Pfandsumme von 64.968 Reichstalern zurückzuzahlen, trat Johann Wilhelm Augustin, Reichsgraf von Merode, seine Rechte auf Odenkirchen an den Grafen Unico van Wassenaer ab.

 

Jakob Unico Willem Graf van Wassenaer

1692-1766

Gemälde von George de Marees

Van Wassenaer war ein niederländischer Adliger, Diplomat und Komponist. Aus seinem kompositorischem Schaffen sind sechs Concerti Armonici für Streichor- chester überliefert, die zunächst anonym erschienen und daher lange Zeit (bis in die 1970er Jahre) Carlo Riciotti oder Giovanni Battista Pergolesi zugeschrieben wurden.

 

Kölner Erzbischöfe  1745 - 1802

 

Der Kurfürst Clemens August - Erzbischof von Köln - kaufte die Burg 1745 für 94.000 Reichstaler vom Grafen Unico van Wassenaer zurück und nannte sich unter all seinen Titeln „Herr zu Odenkirchen“. Am 25. Juni 1745 kam er mit Gefolge nach Odenkirchen, um die Herrschaft auch äußerlich in Besitz zu nehmen.

 

 


 

 Die Burggrafen der Neuzeit

 seit 1969

 

 

Der Titel "Burggraf von Odenkirchen" wird seit 1969 von der Karnevalsgesellschaft "Ruet-Wiss Okerke" (Burggrafen-Gesellschaft) an Personen verliehen, die sich um Odenkirchen verdient gemacht haben. - "Sie haben also mit Odenkirchen etwas am Hut."  

Im Bild der Burggrafenhut, der zu den Insignien des  Burggrafen von Odenkirchen gehört.

 

Weitere Informationen:  hier 

 


 

 

Anmerkungen zur Darstellung über die Burggrafen

 

Autor: Heinz Croonenbroek, Odenkirchen - Unsere Heimat im Wandel der Zeit (1997)

(vgl. Rixen, Odenkirchen; Rheinischer Städteatlas)

 

*) Aktualisiert und ergänzt (2003): Heinz Eßer

(vgl. Loca Desiderata - Mönchengladbacher Stadtgeschichte Bd. 1) 

 

**) Wappen aus dem Heroldsbuch des Jülicher Hubertusordens, 1480

Quelle: Jagiellonische Bibliothek Krakau, Ms. Germ. Quart. 1479 (Foto in 10/48339)

Literatur: Loca desiderata. Mönchengladbacher Stadtgeschichte, Band 1, Köln 1994, S. 391 und S. 467 (irrigerweise Abb. des Wappens von Oldenbyrche statt von Hoemen, dieses im Nachdruck 2005 korrigiert !)

 

Siehe auch Wiedemann S. 66 und Anhang

und www.heraldique-europeenne.org/Armoriaux/Gelre/F89r.htm

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Die abgebildeten modernen Wappen-Verkörperungen befinden sich im Jan-von-Werth-Zimmer des Odenkirchener Burgturms. 

Sie sind eine mit Email-Farbe gestaltete Bronze-Arbeit des Odenkirchener Künstlers und Galeristen Wilhelm Strunk.

Wappen-Fotos: Andreas Dauben

Gemälde-Repros: Wir danken Max Mauritz von der St. Sebastianus-Bruderschaft in Büttgen, Arbeitskreis Heimatkunde, für die Überlassung der Fotos.


 

Zum Wappen der ehemaligen Stadt Odenkirchen finden Sie eine Beschreibung:  hier

 


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