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| Kölner
Erzbischöfe Anno 1109
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Am
Anfang und am Ende steht das Wappen der Kölner Erzbischöfe, die ab 1356 nach dem
Reichsgesetz zur Königswahl (Goldene Bulle) zu den sieben Kurfürsten
gehörten: das schwarze Kreuz auf weißem Grund. Die Kölner Erzbischöfe
bzw. Kurfürsten (Erzstift Cöln) waren die Landesherren auch für Odenkirchen.
Nach
neuen Erkenntnissen *) tauchen die ersten namentlich bekannten
Odenkirchener Herren in einer Urkunde des Kölner Erzbischofs
Friedrich I. von 1107 als Herimannus comes de Udenchirchen et
frater eius Arnoldus auf. (Graf Hermann von Odenkirchen
und sein Bruder Arnold). In einer Urkunde von 1106 begegnen uns
die beiden, jedoch ohne den Zusatz von Odenkirchen. (Der
in früheren Quellen erwähnte Beleg von angeblich 1028, in dem ein Christianus de
hovdenkirchen genannt wird, ist eine Fälschung.*)
Die
Zahl 1109 auf dem ersten Wappen bezeichnet das Jahr, in dem eine
Gräfin Utilhildis de
Udinkichin Burg und Herrlichkeit Odenkirchen dem Kölner Erzbischof zum
Geschenk gemacht haben soll.
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| Von
Odenkirchen/
Raboden
1153 - 1392
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Utilhildis
war die letzte aus dem Stamme eines Odenkirchener
Dynastengeschlechts, das die Obervögte und Vorsitzenden der
Kölner hohen Gerichtsbarkeit stellte. Der Kölner Fürstbischof
war also ab 1109 Lehnsherr der Odenkirchener Burggrafen und diese
seine Vasallen und Lehnsträger. Im
Jahre 1158 schenkt Utilhildis eine Mühle in
Odenkirchen dem Kölner Georgsstift. Mit ihr stirbt Mitte des 12.
Jahrhunderts die Grafenfamilie von Odenkirchen aus.
Das
Wappen der Burggrafen von Odenkirchen trägt drei rote Balken auf goldenem Grund.
Die
Rechte der Burggrafen waren bedeutend. Sie bezogen sich auf Leib und Leben
ihrer Untertanen, auf Galgen, Rad, Schwert und Feuer. Aber auch auf den
gesamten Besitz und alle Güter, auf Fischreichtum, Jagd, Mühlen usw.
In
einer Urkunde von 1153 bestätigt Kaiser Friedrich Barbarossa dem
Kölner Erzbischof Arnold II. die
Eigentumsrechte an der Burg Odenkirchen mit allen Ministerialen,
Knechten und Mägden. In dieser Urkunde wird unter der Gruppe der
erzbischöflichen Ministerialen bereits ein Rabodo de
Otenkirchen erwähnt. Die Raboden
wurden zum Leitnamen eines Ministerialengeschlechtes, welches
(zusammen mit dem 2. Sippennamen Gerhard) bis 1391 die
Burggrafen aus dem Haus Odenkirchen stellte. Der
letzte war Gerhard V. Er starb ohne männliche Erben; sein Sohn war bei
einem Kreuzzug gegen die heidnischen Pruzzen gefallen.
Die
Burggrafschaft ging von Gerhard
V. über
die weibliche Linie an die von Hoemen über. Arnold von Hoemen hatte Agnes
geheiratet, von der wir nicht wissen, ob sie eine Tochter oder Schwester
des alten Gerhard war.
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| Von
Hoemen 1392 - 1502 |
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Die
von Hoemen stammten aus dem Gelderland an der Maas. Sie
vereinigten
ihr Familienwappen mit dem der Burggrafen von Odenkirchen
(Raboden) und führten blau gerautete Vierecke im goldenen Feld und
stilisiertes Hermelin (fünf Kreuzchen) auf weißem Feld im rechten
Obereck, als Helmschmuck einen Pinienzapfen.**
Arnold
von Hoemen wurde 1392 vom Kurfürsten
zu Köln mit Odenkirchen belehnt. Die von Hoemen regierten bis 1502. Es
erbte die Tochter des letzten von Hoemen, eine Odilie, die den Amtmann von
Münstereifel, Heinrich von Nagel geheiratet hatte, der im selben Jahr
1502 Lehnsträger von Odenkirchen wurde.
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| Von
Nagel
1502 - 1531
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Das
Wappen der von Nagel zeigt eine rote Spange auf silbernem Feld. Nach
seinem Tode heiratete Odilie Wilhelm von Vlodorp, Herr zu Vlodrop an der
holländischen Grenze. Wilhelm von Flodorp wurde 1531 mit Odenkirchen
belehnt. Er fand seine letzte Ruhestätte in der alten Laurentiuskirche,
seine Grabplatte steht heute im Torbogen der Burg. Seine Enkelin,
ebenfalls mit Namen Odilie, war vermählt mit Florentz von Botzelaer. Sie
förderte die Reformation in Odenkirchen und wurde deshalb zweimal vom
Kurfürsten auf Burg Linn gefangengesetzt; als sie Besserung gelobte,
wieder freigelassen. Florentz von Botzelaer wurde 1572 mit Odenkirchen
belehnt.
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| Von
Flodorp 1531 - 1636
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Florentz
von Botzelaer behielt
Wappen und Namen der von Flodorp bei, weil dieselben vornehmer als seine
eigenen waren. Das Flodorp-Wappen zeigt im 1. und 3. Quadranten eine rote
Lilie, im 2. und 4. Quadranten wieder 3 Balken, aber in blauer Farbe.
Franz Hatthard von Botzelaer, der Sohn, starb 1636 ohne Nachkommen. Er
vermachte Odenkirchen seinem Neffen Maximilian von Bronkhorst-Battenburg.
Dieser bewarb sich um die Belehnung, die ihm aber vom Kurfürsten
verweigert wurde. Ihm wurde der Einlaß verwehrt und die gräfliche
Gemahlin kurzerhand mit dem Stuhl vor die Tür gesetzt. Das geschah 1636
im 30-jährigen Krieg. Diese Episode ist der historische Hintergrund des
Romans von Hans Keller „Die Rose von Odenkirchen“. So sehr von
Bronkhorst protestierte, der Kurfürst zog das Besitztum ein.
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| Von
Werth 1643 - 1652
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Im
Jahre 1643 übertrug der Kurfürst dem kaiserlichen Feldmarschall und
Reitergeneral Jan von Werth, geb. 1590 in Büttgen, die Herrschaft Odenkirchen. Ob und wann Jan
van Werth in Odenkirchen gewesen ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Er
zahlte dem Lehnsherrn 15.711 Taler und war somit Herr von Odenkirchen.
Sein Wappen zeigt im 1. und 3. Quadranten den österreichischen Adler, das
Zeichen der Habsburger, im 2. und 4. Quadranten jeweils 3 Mühleisen um
einen Ring; außerdem in der Mitte noch ein kleines silbernes Schild mit
dem aufrechten Löwen, was darauf hinweist, dass Jan van Werth im 30-jährigen
Krieg auch Befehlshaber der bayrischen Reiterei war. Jan starb auf seinen
Gütern, auf Schloß Benatek in Böhmen im Jahre 1652.
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Von
Frentz 1652 - 1694
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Erbin
des Jan von Werth war seine
Tochter Lambertina lrmgardis, die mit Winand Hieronymus Raitz von Frentz
zu Schlenderan verheiratet war.
Von
Frentz wurde im gleichen Jahr 1652 mit Odenkirchen belehnt. Sein Wappen trägt
ein goldenes Kreuz auf schwarzem Feld. Doch wieder erhob sich gegen die
Belehnung lauter Protest und zwar vom Enkel des von Bronkhorst-Battenburg.
Dieser Enkel war Maximilian Freiherr von Merode Marquis Westerloo. Er
klagte gegen den Kurfürsten die Herrschaft Odenkirchen beim
Reichskammergericht ein, die ihm dann auch 1694 zuerkannt wurde.
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| Von
Merode 1694 - 1745 |
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Von
Merode trägt im Wappen ein rotes flatterndes Band auf goldenem Grund. Die
langwierigen Prozesse hatten die Finanzen derer von Merode total erschüttert.
Sie hatten mehr als 300.000 Reichstaler verschlungen, eine zu damaliger
Zeit ungeheure Summe. Dazu kam noch der fürchterliche Brand in
Odenkirchen von 1701, der die stolze Burganlage und den gesamten Ort in Schutt und
Asche legte.
Die
Burg wurde in ihrer alten Herrlichkeit nie wieder aufgebaut. Die von
Merode-Westerloo mußten sie wegen der hohen finanziellen Verpflichtungen 1730 an Graf Unico von
Wassenaer verpfänden. Als nun später die Familie von Merode nicht in der
Lage war, die Pfandsumme von 64.968 Reichstalern zurückzuzahlen, trat
Johann Wilhelm Augustin, Reichsgraf von Merode, seine Rechte auf
Odenkirchen an den Grafen Unico van Wassenaer ab.
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Jakob
Unico Willem Graf van Wassenaer
1692-1766
Gemälde von George de Marees
Van Wassenaer war ein niederländischer
Adliger, Diplomat und Komponist. Aus seinem kompositorischem Schaffen sind
sechs Concerti Armonici für Streichor- chester überliefert, die zunächst
anonym erschienen und daher lange Zeit (bis in die 1970er Jahre) Carlo
Riciotti oder Giovanni Battista Pergolesi zugeschrieben wurden.
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Kölner Erzbischöfe 1745 - 1802
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Der Kurfürst Clemens August - Erzbischof von Köln - kaufte die Burg 1745 für 94.000 Reichstaler
vom Grafen Unico van Wassenaer zurück
und nannte sich unter all seinen Titeln „Herr zu Odenkirchen“.
Am 25. Juni 1745 kam er mit Gefolge nach Odenkirchen, um die Herrschaft
auch äußerlich in Besitz zu nehmen.
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Die
Burggrafen der Neuzeit
seit
1969
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Der
Titel "Burggraf von Odenkirchen" wird seit 1969 von der
Karnevalsgesellschaft "Ruet-Wiss Okerke"
(Burggrafen-Gesellschaft) an Personen verliehen, die sich um Odenkirchen
verdient gemacht haben. - "Sie
haben also mit Odenkirchen etwas am Hut."
Im Bild der
Burggrafenhut, der zu den Insignien des Burggrafen von
Odenkirchen gehört.
Weitere
Informationen: hier
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Anmerkungen
zur Darstellung über die Burggrafen
Autor: Heinz Croonenbroek,
Odenkirchen - Unsere Heimat im Wandel der Zeit (1997)
(vgl.
Rixen, Odenkirchen; Rheinischer Städteatlas)
*)
Aktualisiert und ergänzt (2003): Heinz Eßer
(vgl.
Loca Desiderata - Mönchengladbacher Stadtgeschichte Bd. 1)
**)
Wappen aus dem
Heroldsbuch des Jülicher Hubertusordens,
1480
Quelle:
Jagiellonische Bibliothek Krakau, Ms. Germ. Quart.
1479 (Foto in 10/48339)
Literatur:
Loca desiderata. Mönchengladbacher Stadtgeschichte,
Band 1, Köln 1994, S. 391 und S.
467 (irrigerweise Abb. des Wappens von Oldenbyrche
statt von Hoemen, dieses im Nachdruck
2005 korrigiert !)
Siehe
auch Wiedemann S. 66 und Anhang
und
www.heraldique-europeenne.org/Armoriaux/Gelre/F89r.htm
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Die
abgebildeten modernen Wappen-Verkörperungen
befinden sich
im Jan-von-Werth-Zimmer des Odenkirchener Burgturms.
Sie
sind eine mit Email-Farbe gestaltete Bronze-Arbeit des Odenkirchener
Künstlers und Galeristen Wilhelm Strunk.
Wappen-Fotos:
Andreas Dauben
Gemälde-Repros:
Wir danken Max Mauritz von der St. Sebastianus-Bruderschaft in Büttgen, Arbeitskreis Heimatkunde, für die Überlassung der Fotos.
Zum
Wappen der ehemaligen Stadt Odenkirchen finden Sie eine
Beschreibung: hier
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