Daten zur Geschichte Odenkirchens

 
Zeittafel

Übersicht: Daten zur Geschichte Odenkirchens - Jahrestage

Geschichte Odenkirchens

Stadt Odenkirchen

Odenkirchener Jahrestage 

 

Informationen und Aktionen

im Jahre 2009

 

Vor 500 Jahren

Ersterwähnung der Güdderather (Roosens-)Mühle

 

Die Roosensmühle (Blick flussabwärts) im Jahre 1929

 

Vor genau 500 Jahren wird die ehemalige Güdderather Mühle (Roosensmühle) zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Im Jahre 1509 taucht sie aus dem Dunkel der Geschichte auf. Sie war eine der 49 Mühlen, die es um die Jahrhundert- wende am mittleren und oberen Laufe der Niers gab und an die es heute nur noch romantische Erinnerungen gibt. 

 

   Das alte Mühlrecht war ein Vorrecht des Landesherrn. Auch in der Herrlichkeit Oderkirchen durfte nur mit Genehmigung des Kurfürsten und des Burgherrn eine Mühle errichtet und in Betrieb genommen werden. „Auff der Neerßenstrom und Waßerfluß gebührt Keinem, Mühlen oder Gewerck derselbigen zu setzen oder zu bauen, dann mit Erlaubniß und Willen des Landtherren und Obrigkeit der Burgh und Schloß Oderkirchen." Damals bestand Mühlenzwang, d.h. die Einwohner mussten auf einer bestimmten Mühle ihr Getreide mahlen lassen. „Alle Unterthanen, im Bezirk und grentze dieser Hoich- und Herrlichkeit Odenkirchen" waren gehalten, auf einer Odenkirchener Mühle mahlen zu lassen. Der zu einer Mühle gehörende Bezirk war der Mühlenbann, die Mühle selbst nannte man Bann- oder Banalmühle. Auch war es den Odenkirchenern verboten, auswärts Mehl einzukaufen. 

 

   Die Roosensmühle lag abseits vom Verkehr im Güdderather Bruch. Sie gehörte ursprünglich zum Güdderather Hof. Als Besitzer wird 1509 Everhard von Reifferscheid erwähnt. 1561 ist die Mühle im „Grenzbeweißthum" der Herrlichkeit Odenkirchen verzeichnet. Im Jahre 1574 wurde Heinrich von der Düssel mit dem Hof belehnt. Johann von Düssel war 1690 Besitzer. Während vieler Generationen befanden sich Hof und Mühle im Besitz der adeligen Familie von Düssel, wodurch die Namen „Düsselhof“ und „Düsselmühle" in Umlauf kamen. Der letzte Eigentümer aus der Familie Düssel starb 1717; er hatte Hof und Mühle dem Ursulinenkloster in Köln vermacht (daher der Name „Klosterhof“). Als Klostergut wurde die Mühle von den Franzosen zum Staatseigentum erklärt und 1802 versteigert. Eine Familie Dapper (oder Tapper) erwarb das Anwesen. In alten Katasterunterlagen wird sie als Tappertsmühle bezeichnet. Die Familie Dapper wurde nach Abzug der Franzosen mit einer Erbrente zu Gunsten des Kölner Ursulinenklosters belastet. Nach dem Aussterben der Familie Dapper wurde die Mühle im Jahre 1854 in Wickrath an den Meistbietenden versteigert. Ankäufer war der Mühlenbesitzer Johann Mathias Knippertz aus Gerkrath. Hofraum, Gebäude, Garten und Holzung waren etwa fünf Morgen groß. Die Hofbezeichnung lautete „Kammerhof". Im Jahre 1884 ging die Mühle in den Besitz der Familie Johann Heinrich Roosen über. Bis zum Jahre 1930 wurde noch gemahlen; dann wurde die Mühle stillgelegt. Zwei Mühl­steine schenkte Familie Roosen der Wetscheweller Kapelle. In der Vorhalle der Kapelle sind die beiden Steine, etwa 1,30 m im Durchmesser, in den Fußboden eingelassen und schmücken so den Zugang des kleinen Gotteshauses.

 

                     Die Roosensmühle (Blick flussaufwärts) im Winter 1968 / 1969                                          Foto: Heinz Eßer

 

Im Laufe der Zeit verfiel die Mühle immer mehr und verkam schließlich zu einer Ruine, die am 12.01.2002 niedergelegt wurde. Am 20.03.2005 wurde auf der gegenüberliegenden Niersseite auf Initiative des Heimatvereins Odenkirchen ein Gedenkstein errichtet. Der Weg vom früheren Klosterhof (an der Ecke Güdderath - Klosterhofweg) zum Standort der ehemaligen Mühle trägt heute die Bezeichnung „Güdderather Mühlenweg".

 

OB Norbert Bude 

bei der Einweihung des Gedenksteins

Bronzerelief der Güdderather Mühle von Willi Strunk

  Fotos: Heinz Eßer

 

 

Quellen:

Franz Rixen: Geschichte Odenkirchens (Laurentiusbote Bd. I)

Hans Hoff: Die Niersmühlen in der Herrschaft Odenkirchen  (Rheydter Jahrbuch Nr. 10)

 

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